Die drei Schwestern
Es waren einmal drei Schwestern, die lebten in dem winzigen Land hinter den 9 1/2 Bergen ganz weit im Osten, und sie lebten zu einer Zeit, da der kleine und dumme Diktator Ho Negg Err schon lange gestürzt und in den Hunde-Himmel eingegangen war und die Festung Ma U Err nicht mehr existierte und sie lebten eigentlich nicht schlecht.
Aber das wollten die drei Schwestern nicht wahrhaben.
Sie hiessen übrigens Mandy, Sandy und Peggy - aber das an sich war nicht wirklich Schuld an ihrem Unverstand, den sie bei jeder passenden und meist auch unpassenden Gelegenheit an den Tag legten.
Die älteste, Mandy, hatte nur Gold und Edelsteine im Sinn und fragte sich ständig, wie sie neue Reichtümer anschaffen könne, während die mittlere, Sandy, zwar ebenfalls nur an Reichtümer dachte, aber da sie faul war und den lieben langen Tag nur mit dem Hintern in ihrem Lottenbett - äh, Lotterbett herumhing, blieb es nur beim Träumen von Geld und Gold.
Die jüngste hingegen, Peggy, hatte nur kleine Prinzen im Sinn. Aber weil die ziemlich selten waren in diesen Breitengraden, dachte sie auch schrecklich viel über Stallburschen und Kutscher und so nach.
Eines Tages beschlossen die drei Schwestern sich ihre Haare zu färben.
Was sie sich davon versprachen, wussten sie auch nicht wirklich, aber sie riefen den Barbier und der sollte aus ihren ziemlich dünnen Strähnen etwas machen, das "was hergab", wie Mandy meinte.
Der arme Mann seufzte, wie er so auf die hohlen Hinterköpfe der Schwestern starrte und das Herz wurde ihm schwer: wie oft schon hatten diese drei ihn gequält mit ihren Verschönerungswünschen, aber war er Hexenmeister, Zauberer, Magier? Konnte er aus drei Dackeln russische Windspiele machen, aus einem Trabbi einen Mercedes???
Er verfluchte heimlich den Tag, an dem er als Barbier in dieses Land gekommen war und mit vielen bösen Gedanken machte er sich ans Werk.
Er zerstiess in seinem Mörser unzählige verschiedene Farbpigmente, mischte und prüfte allerlei Pülverchen und am Ende hatte er in drei Tiegeln drei verschiedene Farben zustande gebracht: ein tiefes Schwarz, ein dunkles Rot und ein Blond, wie es zuvor nur bei Barbie und ihren Freundinnen gesehen worden war.
Die drei Schwestern waren begeistert und Mandy verlangte sofort nach dem Schwarz, während Sandy das hartzige Rot besonders gut gefiel und Peggy blieb nur noch das Barbie-Blond übrig.
Der Barbier war erleichtert ob dieses Erfolges und machte sich rasch ans Werk.
Nach stundenlangem Einpinseln, Wirken lassen, Auswaschen und Föhnen war das Werk endlich vollbracht: die drei Schwestern erstrahlten zwar nicht grad in umwerfendem Glanz, aber immerhin mit neuen Farben auf den Köpfen.
Doch was war das?!?!
Kaum standen die schwarze Mandy, die rote Sandy und die Barbie-blonde Peggy vor dem grossen Spiegel, da verzerrte sich dieser zu einer Fratze und als sich das Wellengekräusel wieder gelegt hatte, da waren die drei Schwestern verschwunden und an ihrer Stelle lag ein schwarz-rot-goldenes Stück Stoff auf dem Boden.
Der Barbier war zuerst entsetzt, dann jedoch hocherfreut, denn nun würden ihn die Schwestern nicht mehr quälen können mit ihren aberwitzigen Vorstellungen.
Er nahm das Tuch und hängte es als Dekoration in seinem Laden an die Wand. Weil er auch noch eine güldene Rasierschaum-Schale und ein altes Rasiermesser übrig hatte, drapierte er diese beiden Teile gefällig in der Mitte des schwarz-rot-goldenen Stoffstücks und er war sehr zufrieden mit sich, der Welt und seinem neuen Wandschmuck


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