25 September 2006

" Der Elb - Dein putziger Hausgenosse"

Vorwort - denn aufgepasst und zugefasst: ein gutes Vorwort ist besser als ein schlechter Nachsatz

Die Anschaffung eines Elben als Hausgenosse sollte immer gründlich und sorgsam bedacht werden. Denn so anspruchslos und einfach gestrickt ein Elb - besonders ein Männchen - auf den ersten Blick zu sein scheint, so wenig entspricht das den Tatsachen.
Ich rede hier noch nicht von der Bekleidung, die mitunter ein heikles Thema sein kann, je nach persönlicher Präferenz Ihres elbischen Hausgenossen. Darauf werde ich in einem späteren Kapitel ausführlicher eingehen.
Stellen Sie sich vor der Erstanschaffung unbedingt folgende Fragen.
1. Sind Sie bereit, auf die durchaus perversen Bedürfnisse eines Elben einzugehen und sich das anzutun?
2. Ist Ihnen bewusst, dass ein Elb bei artgerechter Haltung sehr alt werden kann? Manche Exemplare haben in Gefangenschaft schon sowas wie Unsterblichkeit erlangt.
3. Ist Ihre Wohnung/Ihr Haus gross genug? Können Sie Ihrem Elben im günstigsten Fall ein Aussengehege einrichten?
Bedenken Sie: der Elb liebt frische Luft und Sonne und benötigt dieses sogar lebensnotwendigerweise: Elben riechen mitunter sehr streng, obwohl es im allgemeinen reinliche Wesen sind. Die Sonne fördert den Stoffwechsel ( damit ist nicht der monatliche Unterhosenwechsel der Männchen gemeint ) und der Aufenthalt an frischer Luft hilft die schlimmsten Gerüche zu vermeiden.
4. Ein Elb ist kein Vegetarier. Neben den handelsüblichen Trockengrün-Pellets benötigt er Frischobst und in aussreichender Menge Fleisch und Wurstwaren. Von daher ist die Ernährung eines Elben ziemlich kostspielig.
Zum Vergleich: ein menschlicher Durchschnitts-Ehemann verbraucht pro Tag in etwa 200 g Brot, 50 g Butter, 478 g Wurstaufschnitt, 1 Kräuterkäse-Ecke, 2 Currywürstchen mit Pommes rot-weiss und einen halben Kasten Bier ohne weitere Sättigungsbeilagen..
Frischobst ist gerade in den langen und harten Wintermonaten ein enormer Kostenfaktor und ein Elb frisst VIEL davon.
Die Ersparnis bei Haltung eines Durchschnitts-Ehemannes kann also enorm sein und bietet eine sinnvolle Alternative - allein schon, weil selbst ein gut dressierter Elb niemals einen vollen Mülleimer in die Aussentonnen entleeren würde.
5. Elben werden nicht handzahm.
6. Elben vertragen sich nicht mit anderen Haustieren.
7. Elben reagieren allergisch auf Kinder. Haben Sie also ein Kind im Haus, sperren Sie selbiges in den Keller oder wahlweise auf den Dachboden oder - noch besser - drücken Sie es Ihren Eltern respektive Schwiegereltern aufs Auge, wenn der Elb im Haus seinen täglichen Auslauf hat oder aber appelieren Sie an den Verstand Ihres Nachwuchses, den Elben weder durch Haus und Botanik zu jagen noch durch das laute Erzählen von Zwergenwitzen kopfscheu zu machen.
Ich persönlich würde jedoch von Elben-UND gleichzeitiger Kinderhaltung abraten.

Diskutieren Sie diese Fragen mit Ihrem Ego oder wahlweise Ihrer bereits vorhandenen Familie und sollten Sie sich trotz aller Widrigkeiten für einen Elben als putzigen Hausgenossen entscheiden, suchen Sie einen Züchter Ihres Vertrauens auf und lassen Sie sich beraten.
Dringend warnen möchte ich den unerfahrenen potenziellen Elbenhalter vor sog. Wildfängen.
Ich persönlich halte zwar ausschliesslich in der Elbenfalle gefangene Elben, weil mich ihre verdorbene Natur fasziniert und ich sie fresse, sobald sie mich zu nerven beginnnen.
Aber dem Neuling ist davon dringend abzuraten: die Unarten eines Wildelben sind ihm so gut wie nicht abzugewöhnen und Ihre Nachbarschaft wird sich bestimmt ungern bis garnicht an lautes nächtliches Brüllen, an willkürliche Baumbespringungen mit zum Teil erheblichen Flurschäden und vor allem an die überall verstreuten Elbenstrumpfhosen gewöhnen wollen.

Im Kapitel 1 werden wir uns mit der Frage beschäftigen:
Männchen oder Weibchen, Männchen und Weibchen, Männchen und Männchen, Weibchen und Smaragdschmuck: Einzelhaltung oder Gruppe.
Welche Arten von Elben gibt es?