26 September 2006

Hobbits muessen aus Sachsen stammen

Kennen Sie das auch?
Es ist Wochenende, Sie sind geschafft vom Job, den Kollegen, dem Prof und überhaupt von allem und wollen im schönsten Abendsonnenschein auf dem gemütlich zugewachsenem Balkon hoch über dem Elend der Stadt Ihren Wein trinken und über Gott und die Welt sinnieren und just in diesem Moment tönt aus dem 1. Stock: "Mueddi, die Seliiiiiiiiina had inne Hoese geschissen!"?
Sie mögen verzeihen, daß die schriftliche Wiedergabe der sog. sächsischen Schmutzvokale nicht wirklich gelingt - daran sind schon andere Literaten gescheitert *g* - aber wenn Sie nur EINEN Sachsen kennen, wissen Sie eh, wie der O-Ton durch Mark und Bein gehen kann.
Jedenfalls weiß jetzt die geneigte Nachbarschaft: im 1. Stock ging was gründlich daneben.
Es beginnt sodann eine rege und vor allem lautstarke Tätigkeit, die ob der Seltenheit ihres Vorkommens ( nicht der Lautstärke wohlgemerkt ) in diesem Stock mehr verwundert bis befremdet als nervt.
Unwillkürlich fühlt man sich an Hobbits erinnert, die emsig in der Küche schaffen und wieselflink ihr Tagwerk verrichten, allerdings im Unterschied zu ihrer sächsischen Abart leise auf Pelzsohlen wandelnd.
Die sächsischen Hobbits im ersten Stock ähneln mit ihrem gedrungenem Körperbau sehr diesen Michelbinger Gartenhobbits: keinen Hals, dafür aber stämmige Beinchen, viel Bauch und Hüftgold.
Vor allem die drei weiblichen Hobbits - Mutter und zwei Töchter - sind typische Vertreter dieser Gattung.
Die beiden männlichen Vertreter hingegen zeichnen sich durch einen extrem flachen Hinterkopf und sozusagen als Ausgleich dafür stark ausgeprägte O-Beine und einen sackartig schlurfenden Gang mit nach vorn hängenden Schultern aus und sind für Hobbits ziemlich mager. Ich vermute, die Weibchen fressen ihnen das beste Futter weg... *g*
Aber ich schweife ab - wir erinnern uns: Seliiiiiiiiiiina hat eingeschissen.
Nach einer knappen halben Stunde, mehrfachen Brüllanfällen des versauten Kleinhobbits, Schimpftiraden der älteren Schwester ( übrigens jene Geburtstagssau Peggy von neulich *g* ) und mindestens einer umgestossenen ( vermuteten ) Bierflasche seitens des Erzeugers, der angenervt in den Tiefen der Wohnhöhle verkrochen scheint, hockt Familie Hobbit endlich trockengelegt und erneut traulich vereint auf dem Balkon.
Sie denken, jetzt kehrt friedlich-wohlige-trockenhosige Ruhe ein?
Nein, weit gefehlt - jetzt beginnt das musikalische Abendprogramm und es reicht von "Bummi Bummi - Bummi Bummi Brumm Brumm Brumm" über "Wenn Mutti früh zur Arbeit geht", "Kleine weiße Friedenstaube" bis hin zu "Über allen strahlt die Sonne".
Ich sage Ihnen: das kostet Nerven...
Hobbits als Nachbarn, und sei es auch nur zwei Stockwerke unter einem und dazu noch sächsische können der Tod eines jeden Zwergfalken sein, würde der nicht wissen: nicht mehr lange und dann ist der Osten vergessen!!!!!!!


Lesen Sie morgen die Fortsetzung:
Mandy Hobbit und ihr LAG ( LebensAbschnittsGefährte), der Halbork oder "Die kleine Werkstatt auf dem Dachboden" - Wie aus einem einstmals angenehmen Haus ein Hort des Schreckens wurde *g*

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Der erste Nichthobbit-Nachbar hat soeben seinen Auszug eingeläutet. Für Interessenten: es wird eine Zweizimmer-Wohnung im Erdgeschoß für schwerhörigen oder noch besser tauben
Nachmieter frei *g*